David Eberle

University of Zurich
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Zusammenfassung Hintergrund Für die Beschreibung von depressionsartigen psychischen Beschwerden in verschiedenen kulturellen Weltregionen hat sich das Konzept der kulturellen Skripte als sehr nützlich erwiesen. Der Beitrag stellt erstmals das Galaxienmodell und dessen Umsetzung in der Modellvorstellung der kulturellen Skripte theoretisch vor und verbindet diese mit der kulturpsychologischen Werteforschung. Mit einer neuen, umfangreichen Serie von Forschungsprojekten sollen posttrauma-bezogene psychische Beschwerden in verschiedenen Weltregionen untersucht werden. Methoden Die Arbeit in zwei Ländern/Regionen begann mit Fokusgruppen, in denen Elemente kultureller Skripte durch traumatisierte Klienten und/oder von (therapeutischen) Experten zusammengetragen werden. Dazu wurde ein theoriegeleiteter Rahmen möglicher post-traumatischer Skriptelemente vorgegeben. In der Schweiz wurden Fokusgruppen mit Patient:innen und mit Expert:innen durchgeführt. In Ruanda und drei ostafrikanischen Ländern wurden Fokusgruppen mit Genozid-Überlebenden und anderen Traumaopfern durchgeführt. Die Auswertung fand semi-quantitativ statt. Ergebnisse Als Skriptelemente wurden in der Schweiz ca. 50 Symptome und Veränderungen genannt (z. B. Trotzdem funktionieren müssen). Als Skriptelement in Ostafrika wurden ca. 100 Symptome und Veränderungen genannt (z. B. Verlust der Menschenwürde). Erste temporale Zusammenhänge (d. h. starke Skripts) wurden für die Schweizer Skripts gefunden (z. B. Selbstentwertung – Drang zu funktionieren). In der Ostafrikanischen Studie wurden zudem den Skriptgruppierungen zugrundeliegende kulturelle Wertorientierungen erhoben (z. B. Ansehen in der Gemeinschaft). Diskussion Die hier vorgestellten illustrativen Ergebnisse belegen das Galaxienmodell und die Eignung des kulturellen Skriptkonzepts für die Traumafolgen-Erfassung. Es zeigen sich Unterschiede und Übereinstimmungen in den beiden bisher untersuchten Weltregionen. Weitere Schritte an den beiden Studien-Sites werden die temporalen Zusammenhänge und die Beziehungen zu Wertorientierungen sein. An den anderen Untersuchungssites werden die Studien in den Folgejahren gestartet.

Year:

2024

Collaborators (2)

Rahel Bachem

Senior researcher

University of Zurich

SWITZERLAND
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Andreas Maercker

-

SWITZERLAND
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